Euphorie der Wiedervereinigung komplett erloschen

Veröffentlicht auf von Roadrunner

Fast 20 Jahre ist es jetzt her, als die Deutschen sich friedlich wiederveinigten und damit zu einem Vorbild für Europa und die ganze Welt wurden.
Von der einstigen Euphorie ist heute allerdings nicht mehr viel zu spüren. Einer aktuellen Forsa-Umfrage zu Folge sind viele Deutsche sogar enttäuscht vom Erreichten. Demnach sehen im Osten Deutschlands nur noch 46 Prozent, dass sich ihre Lebensumstände im Vergleich zur DDR verbessert haben. 1989 erwarteten noch 71 Prozent der Ostdeutschen eine Verbesserung. Im Westen empfinden sogar nur 40 Prozent der Menschen die Lage als verbessert (1989 52 Prozent).
Nur 39 Prozent der Ostdeutschen sehen sich als Gewinner der Einheit. Wohingegen jeder fünfte der Meinung ist, dass es den Menschen in den neuen Bundesländern schlechter geht als zu DDR-Zeiten.
Desweiteren hätten sich Vorurteile weiter verfestigt. So glauben die Ostdeutschen, sie würden nur ausgenutzt, während sich die Westdeutschen als fleißige Zahler für den Osten empfinden.

Mich würde jetzt interessieren, wie ihr die Wende heute seht. Meint ihr, sie sei ein Vorteil für alle Deutschen gewesen oder glaubt ihr auch, dass alles schlechter geworden ist?

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Volker 01/03/2009 12:15

Und leider Gottes standen bei der Wiedervereinigung wirtschaftliche Interessen vor den Bedürfnissen der Menschen in Ost und West. Ich möchte nicht wissen, wieviele Westdeutsche Firmen im Osten saniert haben. Du hast recht, das sich solch ein Prozess, wenn er einmal ins Rollen gekommen ist, nicht mehr aufhalten läßt. LG Volker

Roadrunner 01/03/2009 16:37


Daist heute nicht anders, es stehen immernoch wirtschaftliche Interessen über denen des einzelnen Menschen. Das wird sich auch niemals ändern...


Volker 01/02/2009 21:35

Ich bin ja nun Ossi, genauer gesagt Sachse und mich hat es nun nach Schleswig-Holstein verschlagen. Sicherlich war die Wiedervereinigung ein weltweit einzigartiges Geschehen. Aber im nachhinein muß man sagen es ging einfach zu schnell und z.T. wurden auch gravierende Fehler gemacht. Sicher muß man sich in der Marktwirtschaft anders bewegen, als wir es z.T. gewohnt waren. Wo die meisten "Ossi" sicher nachtrauern sind die ganzen sozialen Erungenschaften. Und das in der ehemaligen DDR nicht alles schlecht war, sieht man daran, das es manche "westliche" Politiker jetzt wieder neu erfinden (Kindergrippen!). Wie gesagt, man hätte sich viel mehr Zeit lassen sollen, aber hinterher ist man immer schlauer:-)). Ich persönlich vermisse die Zeit vor 1989 nicht, es war auch eine schöne Zeit, wenn auch anders schön. Und es wird auch immer noch viel Mist erzählt über das Leben in der DDR. Das erlebe ich oft auf Arbeit. Vermutlich aber aus Unwissenheit. LG Volker

Roadrunner 01/03/2009 09:15


Das es zu schnell ging ist vermutlich richtig, auch wenn ich glaube, dass es anders nicht gegangen wäre. Die Einigung war einfach nicht mehr zu stoppen. Dadurch konnte man die gravierenden
Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West nicht abbauen. Die Verteuflung von allem was aus der DDR kam, ist ein weiters Problem. Wie du schon sagtest, es war nicht alles schlecht...


Travis 01/02/2009 16:51

Wir gehören nach wie vor zusammen, da wir ein Volk sind. Das eine Wiedervereinigung aber ökonomische Probleme mit sich bringt, war nicht auszuschließen. Schließlich war die ehmalige DDR bei "Übernahme" total bankrott. Diese ganze Euphorie wurde zum größten Teil von Journalisten und Politikern zerstört, die allesamt nur Schwarzmalerei betreiben und alles schlechter machen, als es tatsächlich ist.

Roadrunner 01/03/2009 09:07


Sicherlich gehören wir zusammen, aber in den Köpfen gibt es immernoch Ost und West. Es wird einfach noch eine gewisse Zeit brauchen, bis sich das ändert. Man hätte Dinge aus der DDR übernehmen
müssen, damit sich die Ostdeuzschen nicht als Bürger zweiter Klasse fühlen. Das hat man nicht getan und jetzt erntet man die Früchte. Natürlich ist da zum großen Teil Schwarzmalerei dabei...


ReFi 01/02/2009 11:34

..also was mich z.B. schon mal stört ist die Bezeichnung Ost und Westdeutschland, für mich ist es Deutschland. 1995 haben wir mal Urlaub in Thüringen gemacht. Die Leute da waren alle sehr frustriert, der Grund war ganz einfach der, das zu DDR Zeiten die ganze Ecke egal ob Sommer oder Winter eine Urlaubsregion war und mit der Wiedervereinigung, blieben die Gäste weg. Ich hab da große Hotelanlagen gesehen die vollkommen brach lagen. So gesehen kann ich den Frust der Leute schon verstehen, das ging ganz klar an ihre Existenz. Das langjährige Kosten entstehen ist auch von vorn herein klar gewesen, das es mir schlechter geht, kann ich auch nicht sagen, für mich ist es also OK...Lieber Gruß Regina

Roadrunner 01/02/2009 15:12


Stimmt diese Bezeichnungen zeigen schon, dass Deutschland noch nicht wirklich zusammengewachsen ist. Wäre Deutschland ein Land, wären auch solche Umfragen sinnlos...