60 Jahre Menschenrechte - Zeit für eine Bilanz

Veröffentlicht auf von Roadrunner

Nach den Schrecken der NS-Diktatur wurde vor fast genau 60 Jahre die Menschenrechtscharta unterzeichnet. Es ist ein Verdienst von Elenor Roosevelt, dass die Charta in einer Zeit, in der der kalte Krieg längst zu eskalieren drohte, entstand. Am 10. Dezember 1948 wurde der Vertag einstimmig beschlossen. Doch was bleibt heute von dem sich selbst postulierenden Vertragswerk?
Nicht viel! So sind die Menschenrechte seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 weltweit auf dem Rückzug. In fast jeder westlichen Kultur wurden seitdem Gestze erlassen, welche die Menschenrechte einschränken. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Patriot Act in den USA oder das hierzulande viel diskutierte BKA-Gesetz. Foltergefängnisse wie Guantanamo oder Abu Ghuraib schränken die menschenrechte nicht nur ein, sie sind ein klarer Verstoss gegen sie. Die einstigten Vorreiter in Sachen Menschenrechte, in den USA wurden bereits 1776 die unveräußerlichen Rechte auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück festgeschrieben, entwickeln sich langsam zu einem ihrer größten Peiniger. Und alles im Namen der Sicherheit!
In den Schwellen- und Entwicklungländern ist die Menschenrechtslage nach wie vor schlecht. In den meisten dieser Länder sind toatlitäre Systeme an der Macht, die sich einen Dreck um die Menschenrechte scheren. Die gut gemeinten Versuche der UN die Menschenrechte in den Schwellenländern zu strärken, scheitern meist am zu geringen internationalen Druck, der auf die Regime ausgeübt wird. Bestes Beispiel ist die Volksrepublik China. In China steht die Entwicklung der Menschenrechte seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau still. Dabei müsste man ein Land, das derartig auf seine Außenwirkung fixiert ist wie China, nur bei der Ehre packen und schon würde es Veränderungen geben. Aber China ist ein riesiger Absatzmarkt und den wollen sich die Industrienationen nicht nehmen lassen. Es wird wirtschaftlicher Erfolg über die Grundrechte eines Milliardenvolkes gestellt. Ein weiteres Beispiel ist Vladimir Putins Zarenstaat. Hier werden die Menschenrechte zwar in der Verfassung garantiert, aber nur solange man mit dem Strom marschiert.
Fazit: Sollte die Entwicklung in ihrer jetzigen Richtung weiter gehen, werden die Menschenrechte ihren hundertsten Geburtstag nicht erleben. Leider!

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nela 12/19/2008 10:11

An dem Artikel ist viel Wahres dran. Aber wenn ich an die Montagsdemos in der ehemaligen DDR denke, die die Welt verändert haben, daran sieht man, dass die Menschen in ihrer Masse eine sehr große Macht haben. Dass sie nicht bereit ist, mehr zu ändern, viel mehr liegt an ihrer allgemeinen Trägheit und Gleichgültigkeit. Seit ca. zwei Jahren interessiere ich mich für Amnesty und habe einige urgent actions mitgemacht, Briefe an Staatschefs geschrieben usw. Doch wenn ich davon im Kollegen- und Familien-/Bekanntenkreis erzählte, ich war sehr erschreckt und enttäusch über die fast einstimmige Gleichgültigkeit fast schon Genervtheit dazu. Ich bin mir sicher, wenn die Menschheit etwas verändern will, kann sie das und zwar absolut friedlich. Doch wir kriegen wir sie alle wach?
Gruß
nela

Roadrunner 12/19/2008 15:06


Hi,
das ist richtig! Das Volk ist mächtiger als jede Waffe. Wenn es wirklich alle wollen, dann wird sich auch etwas verändern. Das Problem ist aber, wie du schon sagtest, dass es keinen wirklich
interessiert. Solange hier alle genug zu essen haben, kümmert sich doch keiner darum was in China läuft. Das ist die typische "Seh ich dich nicht, siehst du mich auch nicht" Einstellung.


Travis 12/09/2008 07:41

Menschenrechte? Nur eine Utopie! In Deutschland gibt es sogar einen Mann, der diese mit Füßen tritt, obwohl er im Rollstuhl sitzt

Roadrunner 12/09/2008 12:09


aber immerhin eine schöne Utopie... Dementsprechen sind die menschenrechte ein Ziel für das sich zukämpfen lohnt, auch wenn ihre Gegner rollen können...


Stefan 12/08/2008 20:33

Danke, dass Du diesen Artikel verfasst hast. Auch ich habe daran gedacht..

Die Erklärung über die Menschenrechte war nur ein Anfang. Im Idealfall stünden sie über jedem wirtschaftlichen Interesse, leider ist dem nicht so.

Gerade heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass die mutmaßlichen Planer des 9/11 offenbar geständig waren. Damit werden die USA in ihrem unilateralen Gehabe bestärkt. Ich hoffe, dass sich das mit Obama ein bißchen zum Guten wenden wird und ich hoffe, dass die USA letztlich ua dem Internationalen Strafgerichtshof beitreten werden.

LG,Stefan

Roadrunner 12/08/2008 20:40


Wären die UN nicht so "schwach", wären die USA längst dem ISG beigetreten, aber die kochen ja ihr eigenes Süppchen. Das mit dem 9/11 habe ich auch gelesen. Sie wollen offenbar schneller zum Tode
verurteilt werden. Und ob sich das unter Obama ändert wage ich zu bezweifeln. Ich finde die Erwartungen an ihn überhöht, den zaubern kann Obama auch nicht...

MfG Roadrunner


Helene 12/08/2008 16:32

Menschenrechte .... ohne Worte
Herzlichst
Helene

ewald 12/08/2008 16:03

Du hast den Nagel genau am Kopf getroffen!
Solange es Arme und Reiche
gibt, wird auf die sozial Schwachen hingetreten. Ich meine damit, dass ein gesunder Mittelstand (leider im Aussterben) die Sache nicht bereinigt, aber dadurch die Menschenrechte eher gewahrt bleiben.

Roadrunner 12/08/2008 17:07


Und weil der mensch gierig ist, wird sich daran auch so schnell nichts ändern...