Die CDU und der Pakt mit dem Teufel

Veröffentlicht auf von Roadrunner

Der CDU-Parteitag in Stuttgart ist gerade vorbei, doch schon jetzt wird deutlich, dass die Volkspartei weder mit ihrer DDR-Vergangenheit abgeschlossen, noch diese aufgearbeitet hat. Die CDU, die es seit 1990 immer verstanden hat, die SPD in Richtung SED zu schieben, stets leugnend, dass es vorallem Sozialdemokraten waren, die der SED in den Wendejahren offen die Stirn boten, wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. In Stuttgart wäre ein weiteres mal kein Wort über die staatstragende Eigenschaft der Ost-CDU verloren worden. Wäre da nicht Stanislaw Tillich, Sachsens Ministerpräsident, gewesen, über den im Vorfeld des Parteitages eine Debatte um dessen DDR-Vergangenheit entbrannte. Plötzlich stand das Thema auf der Tagesordnung. Dass es dennoch nur eine Randnotiz blieb, liegt zum einen an "immer weiter so" Strahlefrau Angela Merkel und zum anderen an der ureigenen Eigenschaft der CDU, brisante Themen klein zu halten.
Schaut man sich die DDR-Vergangenheit der CDU und ihr Verhalten in den Wendejahren genauer an, so wird man feststellen, dass es einer Aufarbeitung bedarf und das besser heute als morgen. Da wäre zum einen die bereits erwähnte Denunzierung der Sozialdemokraten, mit der es die CDU geschafft hat, die SPD im Osten klein zu halten und somit der Linkspartei Tür und Tor zu öffnen. Es bestehen einige Beispiele, in denen CDU- und Linkspartei-Stadträte die Wahl eines SPD-Bürgermeisters verhinderten. Wolfgang Böhmer sagte erst jüngst, er könne sich eine schwarz-dunkelrote Koalition auf Länderebene durchaus vorstellen. Diese Beispiele zeigen deutlich, dass die CDU den alten Kadern wesentlich näher ist, als sie sich selber eingestehen will. Auf Wahlkampfveranstalltungen verwendetn die CDU-Wahlkampfstrategen gerne das Motto: " Wer sich 1946 mit der KPD eingelassen habe, werde das auch wieder tun!". Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass es sich 1946 um eine Zwangsverschmelzung handelte, die einige Sozialdemokraten mit ihrem Leben bezahlten. Über die eigene Vergangenheit und die Wirkung als Blockpartei in der DDR wird kein sterbenswörtchen verloren. Man sonnt sich viel lieber im Licht des Befreiers, der 1990 zusammengeführt hat, was zusammen gehört.
Es bleibt die Frage, wie eine Partei Deutschland in eine ungewisse Zukunft führen soll, wenn sie mit ihrer eigenen Vergangenheit noch nicht im reinen ist? Das Thema DDR wird die CDU noch lange verfolgen und sie immer wieder daran erinnern, dass man einmal Gemachtes nicht totschweigen kann.

Veröffentlicht in Gesellschaft

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Helene 12/04/2008 20:16

auf diesem Minenfeld der Oportunismus und der Machtgeilheit beruht die gesamte Deutsche Geschichte ;(((((

Herzlichst
Helene

Roadrunner 12/05/2008 13:03


Du hast ja so recht...